Evangelisch-reformierte Kirche in Hamburg

Kirchenasyl

Hamburger Worte, die zur solidarischen Entschließung aufrufen, werden auf der Gesamtsynode gehört

In drei Fällen hat sich die reformierte Gemeinde in Hamburg entschieden, Kirchenasyl zu gewähren. Bundesweit wird über 500 Geflüchteten Asyl in kirchlichen Räumen gewährt, davon sind über 260 sogenannte Dublin-Fälle.

„Die Regeln des Dublin III Abkommens […] erweisen sich aber unter der heutigen Belastung nicht nur als ungeeignet für eine korrekte Bearbeitung von Asylanträgen und eine gerechte Verteilung der Lasten auf alle dem Abkommen beigetretenen Staaten. Die unmenschlichen Folgen unzulänglicher europäischer Regelungen werden zudem in völlig unannehmbarer Weise auf dem Rücken der geflüchteten Menschen ausgetragen. Es hat sich damit eine Situation entwickelt, in der die Hilfe der Kirche nachdrücklich gefordert ist.“

Mit diesen Worten begründen wir Hamburger unsere Bitte an das Moderamen der Gesamtsynode eine deutliche Stellungnahme abzugeben. Das Moderamen möge in einer solchen Stellungnahme, erstens politisch Verantwortliche aufrufen, „die Ausweisung geflüchteter Personen an die Staaten Italien und Griechenland ab sofort [zu] unterlassen“ und zweitens „die Versuche staatlicher Behörden, das Kirchenasyl zu kriminalisieren […] öffentlich nachdrücklich [verurteilen].“

Auf der Frühjahrssynode am 28./29. April 2017 wurde von  Helge Johr, Chefjurist und Vizepräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, auf die Hamburger Worte geantwortet. Die Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche formulierte auch eine Entschließung zum Thema Kirchenasyl.

Lesen Sie hier das PDF mit der Hamburger Vorlage, der Antwort des Kirchenjuristen und dem Beschluss der Gesamtsynode.