Evangelisch-reformierte Kirche in Hamburg

Jahreslosung 2017…eine reformatorische Ansage im 500. Jahr der Reformation

Und ich werde euch ein neues Herz geben, und in euer Inneres lege ich einen neuen Geist. Und ich entferne das steinerne Herz aus eurem Leib und gebe euch ein Herz aus Fleisch. Und meinen Geist werde ich in euer Inneres legen, und ich werde bewirken, dass ihr nach meinen Satzungen lebt und meine Rechtssätze haltet und nach ihnen handelt. Und ihr werdet wohnen in dem Land, das ich euren Vorfahren gegeben habe, und ihr werdet mir Volk sein, und ich, ich werde euch Gott sein.  (Zürcher Bibel Hesekiel 36,26-28)

Vier Jahre im Voraus entscheidet sich die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen für einen Text, der die Wucht hat, Christen in aller Welt für ein ganzes Jahr zu begleiten. Beim Gewahrwerden der Jahreslosung 2017 bin ich begeistert. Ich bin Teil einer politisch wachen Gemeinde und fühle mich in der Textstelle bestätigt, die mir verspricht, dass Gott immer dann, wenn aus dem Innersten der Menschen besonders versteinerte Dinge hervorgehen, seine Kraft wirksam werden lässt.

Recherchiert man den textlichen Hintergrund, dann findet man sich im babylonischen Exil ca. 600-560 vor Christus wieder. Hesekiel, der Prophet Gottes, erinnert das Volk Israel immer wieder daran, sich nach Gottes Wort auszurichten – doch das gelingt vor dem Hintergrund der zerstörten Heimat noch weniger als zuvor. Gott verheißt Hesekiel, dass er radikal eingreifen will. Weil die Menschen es nicht aus sich selbst schaffen werden, wird er das, was das Wesen des Menschen ausmacht, austauschen.

Da verhake ich mich plötzlich: nicht bloß diejenigen, die Verantwortung tragen, werden mit neuem Herz und Geist ausgestattet, sondern alle. Ich hadere mit der Frage, wieso eigentlich schafft es der Mensch denn nicht allein, wieso eigentlich mischt Gott sich so grundlegend und ausnahmslos bei jedem ein, und mit welchen Recht? Mein Herz und mein Geist, denke ich, sind ziemlich in Ordnung…die anderen sind es, die einen „Reset“ nötig hätten.

So merke ich, erfüllt die Jahreslosung ihren Sinn, denn wir werden mit diesem Text im 500. Reformationsjahr aufgefordert, das Anliegen der Reformation zu ehren und angestupst, eine Bestandsaufnahme zu machen, genau zu prüfen, wie unser Herz schlägt und welchen Grundsätzen unser Geist folgt. So werde ich daran erinnert, dass in Gottes Augen das menschliche Herz anders aussieht und die göttliche Kraft, ein Herz zu verändern sicherlich höher ist als die rein menschliche.

In dieser Art ist mir das Einmischen Gottes dann recht. Und ich kann zur anfänglichen Begeisterung für den Text aus Hesekiel 36,26 zurückkehren, indem ich mich dem Gebet anschließe: „Herr, allmächtiger Gott, du lenkst die Herzen der Menschen. Wir bitten dich: Gib, dass alle, die Macht haben und Verantwortung tragen, erkennen und tun, was dem Frieden und der Gerechtigkeit dient.“

M. Swoboda

 


  1. Juli 2017
    16
    1. ·Palmaille 2: !!! GEMEINDEVERSAMMLUNG findet in der PALMAILLE statt !!!

      Leider finden sich im aktuellen Gemeindeblatt (Juni/Juli 2017) zwei unterschiedliche Angaben über den Ort der Gemeindeversammlung am 16. Juli. Wie in der ganzseitigen Einladung angegeben, findet die Gemeindeversammlung in der Palmaille statt. Für die fehlerhafte Angabe in den gelben Seiten bitten wir um Entschuldigung.