Evangelisch-reformierte Kirche in Hamburg

„2017-2018-2019“ Wie und warum wir das Reformationsjubiläum feiern

EinblickeAusblickeMit der Predigtreihe „Allein durch das Wort“ haben wir Hamburger den ersten Akzent mit Blick auf das Reformationsjubiläum gesetzt. Der Hype um Luther ist auf der EKD-Ebene immens – angefangen mit der streitbaren Playmobil-Lutherfigur. Kirchengeschichtlich wäre es jedoch verbohrt, wenn nicht kurzsichtig, 2017 „Allein auf/durch Luther“ zu tönen. Reformierte Christinnen und Christen wissen um die Anfechtbarkeit jeglichen Personenkults; und der Blick in die wechselhafte Rezeptionsgeschichte des Lutherbildes durch die Jahrhunderte hindurch lehrt uns, dass der Zeitgeist dem Augustinermönch sein jeweiliges Gepräge verliehen hat.

Noch immer ringen wir Protestanten mit der Frage, ob und warum Katholiken mit eingeladen, ob das Verhältnis zu den „Täufern“ (heute Mennoniten, Baptisten) – von Luther heftig angegriffen – zurechtgerückt, ob Luthers berühmte Exklusivartikel „Allein Christus…aus Gnade…im Wort… durch den Glauben“ nicht modernisiert und der „Judenmission“ endgültig (die EKD-Synode in Magdeburg hat ́s beschlossen) eine Absage erteilt werden sollten. Luther bleibt sperrig, widersprüchlich, anfechtbar.

Und doch lassen sich Gründe genug finden, dieses Jubiläum zu feiern: allein die leidenschaftliche Hinwendung zur Schrift, deren Übersetzung in die National­sprachen und die erstmalige uneingeschränkte Beteiligung von Laien in der Kirche sind großartige Errungen­schaften; noch heute geben sie uns Impulse zur Erneuerung und Gestaltung der Kirche.So nimmt die reformierte Kirche in Hamburg an den Feierlichkeiten des Jubiläums 2017 teil und stellt auch ihr eigenes bescheidenes Fest­programm vor. Die genauen Termine finden Sie unter Termine oder entnehmen Sie bitte dem jeweils aktuellen Gemeindeblatt.

Reiner Kuhn